- Ein Galaxy-Digital-Kunde verkaufte im Bitcoin im Wert von rund 9 Mrd. US-Dollar und löste damit die Debatte aus, ob Quantenangst als Verkaufsnarrativ wirkt.
- Novogratz ließ im Earnings-Call Interpretationsspielraum, doch Galaxy’s Head of Research widersprach.
Ein einzelner Galaxy-Digital-Kunde hat im vergangenen Quartal Bitcoin im Wert von rund 9 Milliarden US-Dollar verkauft und damit die Frage aufgeworfen, ob Quantencomputer-Sorgen schon heute als Verkaufsnarrativ am Markt ziehen. Auslöser waren Aussagen von Galaxy-CEO Mike Novogratz im gestrigen Earnings-Call und seine spätere Einordnung in einem Bloomberg-Interview.
Angeheizt wurde die Debatte durch einen X-Post von Nic Carter (Partner bei Castle Island Ventures) auf X:
„Novo deutete im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen an, dass Galaxy einen Kunden hatte, der Bitcoin im Wert von 9 Milliarden Dollar verkaufte, zumindest teilweise aufgrund von Quantencomputer-Effekten.“
Novo implies on the earnings call just now Galaxy had a client that sold $9b worth of bitcoin at least partially due to quantum https://t.co/cCS0vTbToc
— nic carter (@nic_carter) February 3, 2026
Verkaufte der Bitcoin-Wal aus Sorge vor Quantencomputern?
Im Call-Transkript klingt das jedoch anders: Novogratz verweist auf das Bitcoin-Core-Umfeld und hält einen rechtzeitigen Wechsel zu quantenresistenter Kryptographie für machbar. Das größere Risiko sieht er nicht technisch, sondern in der sozialen Koordination.
„Das Risiko für das Bitcoin-Ökosystem ist natürlich, dass die Entwickler stur werden, sich gegenseitig bekämpfen und es am Ende nicht machen – und sich nihilistisch selbst zerstören. Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Und deshalb denke ich, dass Quantencomputing langfristig kein großes Problem für Krypto sein wird. Für die Welt wird es ein großes Problem, aber Krypto, insbesondere Bitcoin, wird damit umgehen können.“
Zugleich sagt er, Quantencomputing tauche in der Markterzählung oft als „Ausrede“ auf. Der nachfolgende Satz von Novogratz sorgte daher für die Spekulationen:
“Aber das war nur die Ausrede. Und ich glaube, dass der Verkauf – und hören Sie, wir hatten allein einen Kunden, der Umsätze im Wert von 9 Milliarden Dollar erzielte – tatsächlich funktioniert hat.”
Genau hier entsteht der Spielraum: Novogratz erwähnt den 9-Milliarden-Verkauf direkt nach dem Verweis auf den Quantencomputer-Narrativ, eine klare Kausalität spricht er aber nicht aus. Genau dort widerspricht das Galaxy’s Head of Research Alex Thorn auf X.
„Quantencomputing ist nicht der Grund, warum der Whale verkauft hat“, schrieb Thorn und ergänzte, Novogratz habe die beiden Punkte nicht verbunden: Er habe „einen Grund erwähnt, den manche für die Bitcoin-Schwäche anführen“, dem aber selbst widersprochen. Thorn verwies zudem darauf, Novogratz habe bei Bloomberg klargestellt, dass Quantenangst nicht der Grund für die Bitcoin-Schwäche sei.
Das Bloomberg-Interview vom 3. Januar spricht eher für diese Lesart. Novogratz beschreibt einen Markt, der nach dem Überschreiten von 100.000 Dollar von Gewinnmitnahmen geprägt gewesen sei, und spricht von einem „Verkäufer-Virus“, also einem dominanten Angebotsdruck.
„Die Leute beschweren sich über Quantencomputing. Ich glaube nicht, dass Quantencomputing wirklich der Grund ist. Diese Verkäufe werden gerade im Markt ausgeführt. Es kamen viele neue Institutionen hinein. Preise werden an der Margin gesetzt, und es gab mehr Verkäufer als Käufer.“
quantum is not why the whale sold
novo didn’t connect the two. he said it was one reason ppl are claiming for btc weakness, but he disagrees with that (this is clear if you read the full transcript)
he then clarified on bloomberg that quantum isn’t the reason for btc weakness https://t.co/pxvqOvsTZZ pic.twitter.com/JT5Qi0PXI4
— Alex Thorn (@intangiblecoins) February 3, 2026
Trotzdem bleibt die Frage, ob ein Narrativ Verhalten nicht auch dann beeinflusst, wenn es nicht der Haupttreiber ist. VanEck’s Head of Research Matthew Sigel kommentierte, dass eine fehlende explizite Verbindung durch Novogratz nicht zwingend ausschließe, dass Quanten-Sorgen ein Motiv gewesen sein könnten:
„Nur weil Novo die beiden Dinge nicht verbunden hat, heißt das nicht, dass es nicht der Grund war, warum der Whale verkauft hat.“
Thorn wiederum hielt dagegen: „Wir wissen, warum der Whale verkauft hat, und ich sage dir: Es war nicht Quantencomputing“, stimmte aber dem allgemeinen Punkt zu, dass das Thema Käufer abschrecken könne.

