- Mit DAC8 in der EU, dem Steuertransparenzgesetz in Deutschland und dem Schweizer CARF wird das steuerliche Überwachungsnetz in der DACH-Region engmaschiger.
- Krypto‑Transaktionen werden in allen drei Ländern systematisch und grenzüberschreitend erfasst. Für Anbieter wie Kunden endet damit die begrenzte steuerlicher Sichtbarkeit.
Für die DACH‑Region markiert der Jahresbeginn 2026 eine Zäsur. Krypto‑Assets werden regulatorisch und steuerlich vollständig in die Finanzarchitektur integriert. Anonymität und Parallelökonomie sind vorbei.
Jetzt kommen institutionelle Tauglichkeit, Transparenz und technische Belastbarkeit. Für Anbieter entsteht ein Umfeld, in dem Compliance zum zentralen Wettbewerbsfaktor wird, und für die Kunden wird steuerliche Sichtbarkeit zum Normalfall.
Deutschland
Bei uns greift seit dem 1. Januar das neue Krypto-Transparenzgesetz, das Krypto‑Dienstleister verpflichtet, sämtliche Transaktions‑ und Kundendaten an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden.
Die Behörden erhalten damit erstmals einen vollständigen Einblick in Bestände, Gewinne und Transfers. Die steuerliche Grundlogik bleibt unverändert, doch die Durchsetzung wird deutlich konsequenter.
Marktbeobachter sprechen von einem Paradigmenwechsel, der vor allem Anbieter mit schwacher Compliance‑Infrastruktur unter Druck setzt.
Österreich
Auch Österreich folgt dem EU‑Regime, bleibt jedoch bei seinem eigenen steuerlichen Modell. Die pauschale Besteuerung von Krypto‑Erträgen bleibt bestehen, während DAC8 vor allem die Datenbasis stärkt, auf der die Finanzverwaltung agieren kann.
Für Anleger bedeutet das, dass auch in Österreich die Wahrscheinlichkeit unentdeckter Erträge deutlich sinkt.
Schweiz
Die Schweiz steht zwar außerhalb der EU, schließt sich aber über das Crypto‑Asset Reporting Framework CARF und den erweiterten automatischen Informationsaustausch dem globalen Transparenzverbund an. Schweizer Börsen und Makler müssen Transaktionsdaten künftig ebenfalls für den internationalen Austausch aufbereiten.
Damit verliert die Schweiz endgültig den Ruf eines steuerlichen Rückzugsraums für Krypto‑Vermögen. Deutlicher ausgedrückt: Auch in der Schweiz ist die Dauerparty für notorische Steuerhinterzieher vorbei.
Die FINMA wird CARF‑Konformität künftig als festen Bestandteil ihrer Aufsichtspraxis behandeln.

Doch parallel zu den partiellen Sonderwegen der drei DACH-Länder verschärfen DORA und NIS2 die Anforderungen an die operative Resilienz von Krypto‑Dienstleistern in der EU.
Überall in der EU müssen Anbieter ihre IT‑Sicherheit, ihr Risikomanagement und ihre Abhängigkeiten von Drittanbietern nachweisbar kontrollieren. Deutschland und Österreich erhöhen den Druck auf Governance, Cybersecurity und Krisenmanagement-Prozesse.

