- Neun EU- und US-Banken sowie die Schweizer UBS erwägen, einen gemeinsamen, durch G7-Währungen gedeckten Stablecoin auszugeben.
- Die Standard Chartered Bank sieht bis 2028 die Umschichtung von bis zu 1 Billion Dollar von Banken aus Schwellenländern in Stablecoins.
Ein Konsortium aus zehn internationalen Banken – bestehend aus UBS, Banco Santander, Bank of America, Barclays, BNP Paribas, Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs, MUFG Bank und die TD Bank Group – prüft die Einführung eines gemeinsamen Stablecoins, der an G7-Währungen gekoppelt ist.
Der Stablecoin soll als stabiles, blockchainbasiertes Geld dienen, und vollständig durch bereits existierende Reserven gedeckt sein; und er soll alle internationalen Finanzvorschriften erfüllen. Laut einer gemeinsamen Erklärung des Konsortiums soll das Stablecoin-Projekt ein sicheres und transparentes System begründen, das mit öffentlichen Blockchain-Netzwerken kompatibel ist.
Die teilnehmenden Banken haben Konsultationen mit ihren lokalen Aufsichtsbehörden eingeleitet, um sicherzustellen, dass der zu schaffende Stablecoin den aktuellen Standards im Finanzwesen entspricht.
Stablecoins könnten den Banken eine Billion Dollar entziehen
Das Projekt trägt der zunehmenden weltweiten Popularität von Stablecoins Rechnung. Die britische Standard Chartered Bank prognostiziert, dass Stablecoins das Potenzial haben, in den nächsten drei Jahren bis zu eine Billion Dollar an Bankeinlagen aus Schwellenländern abzuziehen. Experten der Bank verweisen auf die steigende Nachfrage nach digitalen Dollars.
Gegenwärtig sind 99 Prozent der Stablecoins an den Dollar gebunden, überwiegend auf digitalen Dollar-Konten. Der Bericht von Standard Chartered zeigt, dass Privatpersonen in Ländern wie Pakistan, Ägypten, Bangladesch und der Türkei Stablecoins als sichere Anlagemöglichkeit für ihre Ersparnisse betrachten. Die Stablecoin-Bestände der Schwellenländer werden bis 2028 von 173 Milliarden Dollar auf 1,22 Billionen Dollar ansteigen.
Da die aktuellen US-Gesetze verhindern, dass konforme Stablecoin-Emittenten den Kunden direkte Renditen bieten, ist der Hauptgrund einer Stablecoin-Anlage üblicherweise der, dass die Anleger mehr Wert auf den Schutz ihres Kapitals als auf die Erzielung von Renditen legen.
Bankgestützte Stablecoins könnten zum Wandel des globalen Finanzwesens führen
Durch die Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines durch Bank-Reserven gestützten Stablecoins können die Institutionen der alten Garde ihre Position gegenüber privaten Emittenten wie Tether und Circle stärken und gleichzeitig eine regulierte Version anbieten, der sowohl Verbraucher als auch Regierungen vertrauen können.
Auf der anderen Seite beobachtendie politischen Entscheidungsträger den Trend genau, da sie ein Kapitalfluchtrisiko befürchten – zum Schaden ihrer Volkswirtschaften.
Trotzdem ist der Stablecoin-Schritt des Bankenkonsortiums zu begrüßen, denn ner kann Stablecoins in den regulierten Mainstream einbetten.

